Das Wassermann Evangelium
Das Evangelium des Wassermann-Zeitalters
über Jesus den Christus vom Fische-Zeitalter
Der Autor dieses Werkes, Levi, lebte in Amerika und studierte von Kindheit an die Weltreligionen. Schon als Knabe war er von der sensitiven Feinheit höherer Ebenen stark beeindruckt und glaubte, dass es sich hierbei um em-pfindliche Platten handle, die in der Lage seien, Töne und Gedanken aufzuzeichnen. Mit Eifer trat er in die tieferen Studien über Ätherschwingungen ein, bemüht, die Geheimnisse des Himmels für sich zu ergründen. Vierzig Jahre verbrachte er in stiller Meditation und befand sich dann in jenem Stadium höheren geistigen Bewusstseins, welches ihm erlaubte, in den Bereich der feins-ten Äther vorzudringen und mit ihren Geheimnissen vertraut zu werden. Bald wurde er gewahr, dass seine Knabenträume auf Tatsachen beruhten und dass jeder Gedanke eines jeden lebenden Geschöpfes registriert ist.
Von Visel, der Göttin der Weisheit, oder dem Heiligem Odem, erhielt Levi den Auftrag, Botschafter für die Neue Zeit des Geistes und der Segnungen zu sein, indem er aus der Akasha-Chronik* die Lehren übermittelt, die den Menschen für die Neue Zeit, die Zeit des Lichts und der Fülle, bestimmt sind. Aus dieser großen Galerie von Visel, wo jeder einzelne Gedanke, jedes Wort und jede Tat von allen lebenden Geschöpfen aufgeschrieben ist, übermittelte er dieses Buch:
„Schreibe die Geschichte Christi, dass sie fest verankert sei im großen Sonnenjahr des Christus, der den Menschen längst bekannt ist als der große Eingeweihte Henoch. So merke auf, mein Sohn, denn du sollst wissen, wie notwendig, es für alle Menschen ist, den Christus in der Liebe Gottes zu erkennen. Diese Liebe ist der beste Balsam für der Menschen mannigfache Wunden, ist die beste Medizin für alle Kranken. Ausgerüstet werden soll der Mensch mit Weisheit und mit Kraft, und einem Herzen voll Verständnis.“
* Akasha-Chronik: Akasha ist ein Wort aus dem Sanskrit und bedeutet „Ursubstanz“, aus welcher alle Dinge geformt werden. Sie ist von außerordentlich feiner Struktur und so sensitiv, dass die geringsten Schwingungen des Äthers aus irgendeinem Teil des Universums einen bleibenden Eindruck in ihr hinterlassen. Diese Ursubstanz ist nicht an irgendeine Stelle des Universums gebunden, sondern allgegenwärtig. Sie ist in Wahrheit das universelle Gedächtnis, von dem die Metaphysiker reden. Wenn der Geist des Menschen mit dem Universalen Geist vollkommen übereinstimmt, tritt er in bewusstes Erkennen der Akasha-Chronik.
Teil XI
Caph
Leben und Wirken Jesu in Ägypten
Aufnahme in den Sonnentempel von Heliopolis
47 Ägyptens Küste ist erreicht, und Jesus eilt nach Zoan, wo vor fünfundzwanzig Jahren Elihu und Salome in ihrer heil‘gen Schule seine Mutter unterwiesen hatten.
2 Freude herrschte bei seiner Ankunft. Lange ist es her, seitdem Marias Sohn als Kind zum letzten Mal die heil‘ge Grotte sah.
3 Erwachsen ist er nun, gereift durch Schicksalsschläge mancher Art, ein Lehrer, der die Völker vieler Länder in Bewegung brachte.
4 Er erzählt den hochbetagten Freunden die Geschichte seines Lebens, spricht von seinen Reisen, redet über die Gespräche mit den Meistern fremder Länder und berichtet, wie er von den Massen immer herzlich aufgenommen wurde.
5 Elihu und Salome vernehmen mit der größten Anteilnahme seine spannende Erzählung, und zum Himmel blickend sagen sie:
6 „Oh Vater Gott, lass Deine Magd und Deinen Knecht nunmehr in Frieden ziehen, denn sie haben jetzt die Herrlichkeit des Herrn gesehen,
7 und mit ihm, dem Boten, der die Liebe und den Frieden und den guten Willen bringt, gesprochen.
8 Gottes Segen kommt durch ihn, Immanuel, auf alle Völker dieser Erde.“
9 Jesus bleibt in Zoan viele Tage lang und zieht dann weiter in die Stadt der Sonne - Heliopolis. Am Tempeltor der heil‘gen Bruderschaft bewirbt er sich um Eintritt in den Orden, und der Rat gewährt die Bitte.
10 Dann steht Jesus vor dem Hierophanten, und auf dessen Fragen gibt er klar und kraftvoll Antwort.
11 Jener ruft erstaunt: „Rabboni der Rabbiner - was führt euch zu unserem Orden? Eure Weisheit ist die Weisheit aller Götter! Weshalb sucht ihr diese Weisheit bei den Menschen?“
12 Jesus gibt zur Antwort: „Alle Wege dieses Erdenlebens möchte ich betreten. Alle Schulen möchte ich besuchen und in ihren heil‘gen Hallen lauschen. Jede Höhe, die ein Mensch erreicht hat, möchte ich erreichen.
13 Was auch immer Menschen leiden müssen - will ich leiden, und verstehen möchte ich die Schmerzen, die Enttäuschungen und Versuchungen der Menschenbrüder, dass ich alle, die nach Trost verlangen, trösten kann.
14 Ich bitte euch, ihr Brüder, lasst mich in die tiefsten Grüfte steigen, denn ich will die schwersten Prüfungen bestehen.“
15 Nunmehr sagt der Hierophant: „So leiste denn den Eid der heil‘gen Bruderschaft“, und Jesus schwört den Eid.
16 Und wieder spricht der Hierophant: „Die höchste Höhe kann nur der erreichen, der die tiefste Tiefe kennt - so steig‘ in diese Tiefe denn hinab.“
17 Ein Bruder zeigt den Weg, und Jesus badet sich im Tempelbrunnen. Später steht er in der vorgeschriebenen Bekleidung vor dem Hierophanten.
Jesus besteht die erste Prüfung:
„Aufrichtigkeit“
48 Ein Papyrus nimmt der Meister von der Wand. Auf diesem stehen Zahl und Name der Charaktereigenschaften.
2 „Der Kreis“, sagt er, „ist das Symbol für den vollkommenen, erwachten Menschen. Seine Zahl ist Sieben.“
3 Der Logos ist vollkommen, ist das Wort, das stets erschafft, erhält und wiederum zerstört.
4 Dieser Meister der Hebräer ist der Logos des Erhabenen, der Kreis der Menschenrassen und die Siebenzahl der Zeit.
5 Und somit wird der Ordensname Jesu: „Logos-Kreis-Sieben“ in das große Buch des Tempels eingetragen.
6 Wieder spricht der Hierophant: „So höret, Logos, was ich sage. Niemand kann ins Licht gelangen, eh er nicht sich selbst gefunden hat. So geht und sucht, und wenn ihr eure Seele kennt, dann kehrt zu mir zurück.“
7 Der Tempeldiener führt den Kandidaten in ein düsteres Gewölbe, spärlich hell, wie Morgendämmerung.
8 Die Wände dieses Raumes sind bedeckt mit Zeichen, Hieroglyphen und mit heiligen Texten. Jesus ist für viele Tage allein.
9 Er liest die Texte, sucht, den Sinn der Hieroglyphen zu verstehen, und sucht, seine Seele zu begreifen, wie der Hierophant ihm riet.
10 In einer Offenbarung lernt er seine Seele kennen, findet sich und ist nicht mehr allein.
11 Eines Nachts, es war zur zwölften Stunde, tritt ein Priester, in ein düsteres Gewand gehüllt, durch eine bisher unbemerkte Türe in den Raum und sagt:
12 „Verzeih mir, mein Bruder, wenn ich zu solch später Stunde deine Studien unterbreche, doch ich will dein Leben retten.
13 Opfer bist du einer schändlichen Verschwörung, denn die Priester dieses Tempels neiden dir den Ruhm. Lebendig wirst du diese Grüfte nicht verlassen können.
14 Denn die Oberpriester wollen nicht, dass diese Welt durch dich verbessert wird. Sie möchten dich dein Leben lang zum Tempeldienst verdammen.
15 Willst du frei sein, Bruder, musst du diese Priester überlisten. Sage ihnen, dass es dir gefallen würde, hier zu bleiben.
16 Hast du dann erreicht, was du erreichen willst, dann komme ich und zeige dir geheime Gänge, die dich in die Freiheit führen.“
17 Jesus sagt: „Mein Bruder, bist du hergekommen, um mich Hinterlist zu lehren, und bin ich in diesen heil‘gen Hallen um Betrug und Falschheit auszuüben?
18 Nimmer! Gott verabscheut Falschheit und Betrug, und ich bin hier, um seinen Willen auszuführen.
19 Hintergehen soll ich diese Priester? Nein, dass tu ich nicht, solange die Sonne scheint. Den Eid, den ich geleistet habe, will ich halten. Treu ergeben bin ich ihnen, Gott und mir.“
20 Der eifrige Verführer geht, und Jesus wird allein gelassen. Nach geraumer Weile kommt ein zweiter Priester, weiß gekleidet und begrüßt ihn mit den Worten:
21 „Wohl getan! Der Logos hat gesiegt. In diesem Raum wird Ehrlichkeit geprüft.“ Erneut kommt Jesus vor den Richterstuhl.
22 Die Brüder steh‘n im Kreis. Der Hierophant legt seine Hand auf Jesu Haupt und gibt ihm einen Papyrus in die Hand, auf welchem nur das eine Wort geschrieben steht: Aufrichtigkeit. Alle Schweigen.
23 Wieder kommt der Tempeldiener, führt den Logos an die Schwelle eines großen Raumes, angefüllt mit allem, was ein Lernender sich wünscht, und bittet ihn zu warten.
Jesus besteht die zweite Prüfung:
„Gerechtigkeit“
49 Der Logos sagt: „Warum soll ich in diesem Raume warten? Ruhe brauch‘ ich keine, und die Arbeit meines Vaters drängt.
2 Ich möchte vorwärts kommen, die Lektionen lernen und Prüfungen bestehen. Jedesmal, wenn ich das Erden-Selbst bezwingen kann, wird mir vermehrte Kraft zuteil.“
3 Da kommt der Tempeldiener wieder und geleitet Jesus in ein anderes Gemach, so finster wie die Nacht, und lässt ihn dort allein. In tiefer Einsamkeit vergehen viele Tage.
4 Jesus schläft. Da öffnet sich zur Nachzeit eine Tür. Zwei Männer, priesterlich gekleidet, treten ein. Sie halten flackernde Laternen in den Händen.
5 Näher tretend sagt der eine: „Junger Mann, mein Herz ist traurig, denn ich fühle, wie du leiden musst in diesem finsteren Verlies. Als Freunde kommen wir zu dir. Wir bringen Licht und können dir den Weg zur Freiheit weisen.
6 Einstmals waren wir, wie du, in diesem dunklen Loch gefangen und vermeinten auch, dass diese trüben Wege uns zu Heiligkeit und Macht verhelfen könnten.
7 Doch wir hatten Glück, denn mit der Kraft der Jugend brachen wir die Ketten und erkannten, dass die Priester dieses Tempels allesamt Verbrecher sind, in Falschheit und Korruption geübt.
8 Sie brüsten sich mit ihren Opferriten. Ihren Göttern bringen sie lebendige Geschöpfe, nicht nur Tiere, ja auch Menschen dar.
9 Nun haben sie auch dich gefangen, um dich zur vorausbestimmten Stunde ihrem Gott zu opfern.
10 Fliehe, Bruder, komm mit uns. Ergreife die Gelegenheit. Die Freiheit winkt.“
11 Doch Jesus sagt: „Der trübe Schein von euren kleinen Lampen zeigt mir an, welch schwaches Licht ihr bringt. Wer seid ihr denn? Die Worte eines Menschen sind nicht höher einzuschätzen als er selbst.
12 Wie ist es euch gelungen, in den Tempel einzudringen, dessen Mauern doch so hoch und unbezwingbar sind?“
13 „Geheime Gänge gibt es unter diesen Mauern“, sagt der Mann, „und wir, die wir einst Priester waren, kennen alle, denn wir haben lange Zeit in diesem Labyrinth verbracht.“
14 „Verräter seid ihr!“, ruft der Logos. „Wer Verrat übt, ist ein Feind. Wer andere verraten hat, dem kann man nicht mehr trauen.
15 Wer den Verrat nicht überwunden hat, der liebt die Falschheit und wird seinen besten Freund verraten, wenn es seinen Plänen dient.
16 Ihr Männer hört, wer immer ihr auch seid, die Worte, die ihr redet, wiegen leicht.
17 Wie könnte ich an mir und jenen Priestern zum Verräter werden und ein Urteil fällen - nur auf eure leeren Worte hin?
18 Für mich kann keiner Richter sein, und müsst‘ ich selber richten, ehe alle Zeugen einvernommen sind, ich könnt‘ mich irren.
19 Nein, ihr Männer. Geht denselben Weg, den ihr gekommen seid, zurück. Die Dunkelheit des Grabes ist mir lieber als das falsche Licht, das ihr mir bringt.
20 In mir herrscht mein Gewissen, hören will ich, was die Brüder mir zu sagen haben. Die Entscheidung fäll‘ ich erst, wenn die Beweise da sind. Ihr könnt mich nicht richten - ich nicht euch.
21 So geht ihr Männer, geht, und überlasst mich einem Licht, das heller strahlt. Wenn hier auch keine Sonne scheint - so ist in meiner Seele doch ein Licht, das heller leuchtet als die Sonne und der Mond.“
22 Mit einer Drohung, ihn zu Fall bringen, lassen die Verführer von ihm ab und Jesus bleibt allein zurück.
23 Nach einer kleinen Weile kommt der Weißgekleidete und führt den Logos wiederum zum Hierophanten.
24 Alle schweigen. In die Hände Jesu legt der Meister einen Papyrus mit dem einen Wort: Gerechtigkeit. Die Hirngespinste von Verrat und Vorurteil sind überwunden.
Jesus besteht die dritte Prüfung:
„Demut“
50 Der Tempeldiener führt nach sieben Tagen Jesus in die reich geschmückte „Ruhmeshalle“, die durch Gold- und Silberlampen hell erleuchtet ist.
2 Die Regale sind gefüllt mit Meisterwerken, Statuen und Gemälde zeigen höchste Kunst.
3 Der Logos ist beeindruckt von der Eleganz der Halle und von ihrer großen Pracht. Er liest die heil‘gen Bücher und studiert den Sinn der Hieroglyphen und Symbole.
4 Eines Tages, als er in Gedanken tief versunken seinen Studien nachgeht, kommt ein Priester auf ihn zu und sagt:
5 „Fürwahr, ein herrlich schöner Raum. Mein Bruder, du bist reich gesegnet, wenig Menschen auf der Erde, die so jung sind, haben solchen Ruhm erreicht.
6 Wenn du dein Leben nicht vergeuden willst mit eitler Suche nach geheimen Dingen, die der Mensch doch nie begreifen wird, dann kannst du der Begründer einer Lebensschule werden, welche deinen Ruhm verbürgt.
7 Deine Weisheit ist viel tiefer als die Weisheit Platos. Deine Lehre überzeugt meist mehr als die des weisen Sokrates.
8 Warum suchst du das Licht der Mystik hier in diesen altertümlichen Gemäuern? Gehe in die Welt, geselle dich den Menschen, denke mit den Menschen, und sie werden dich verehren.
9 Außerdem, wer weiß, vielleicht sind diese Einweihungen nichts als Mythos, und die Hoffnung, der Messias Israels zu werden, nichts als Illusion.
10 So rate ich, den ungewissen Dingen abzuschwören. Wähle doch die breite Straße, die mit Sicherheit zu Ruhm und Ehre führt.“
11 So singt der Priester, ein verkappter Dämon, das Sirenenlied des Ruhmes. Jesus denkt sehr lange und sehr gründlich über das Gehörte nach.
12 In seinem Herzen tobt der Kampf, denn König Ehrgeiz ist ein böser Feind und Gegner.
13 Vierzehn Tage ringt das Hohe-Selbst mit seinem Erden-Selbst. Dann endlich ist der Sieg errungen.
14 Demut triumphiert und Hochmut weicht.
15 Ehre, Ruhm und Reichtum dieser Welt sind weiter nichts als Blasen, welche platzen und vergehen.
16 Wenn diese kurze Spanne Erdenleben abgelaufen ist, dann sinken mit des Menschen Knochen seine kühnsten Träume in die Gruft.
17 Was wir für unser selbstsüchtiges Ego tun, ist wertlos für die geistige Entwicklung unserer Seele.
18 Doch das Gute, das ein Mensch für seinen Nächsten tut, wird ihm zur Himmelsleiter. Seine Seele steigt auf hin zu Gottes Reichtum, Macht und Ehre, welche nie vergehen.
19 Gebt mir der Menschen Armut, das Bewusstsein, meine Pflicht in Liebe gut getan zu haben, und das Lob des Vaters - dann will ich zufrieden sein.
20 Und Jesus schaut zum Himmel auf und sagt:
21 „Mein Vater-Gott, ich danke Dir für diese Stunde. Nimmer will ich Deine Herrlichkeit begehren. Lieber möchte ich ein Wächter Deiner Tempeltore sein und meinen Brüdern dienen.“
22 Wiederum steht Jesus vor dem Hierophanten. Wieder fällt kein Wort und wieder legt der Meister eine Rolle in die Hände Jesu - Demut - steht darauf geschrieben.
23 Jesus neigt das Haupt in demütigem Dank und geht von dannen.
Jesus besteht die vierte Prüfung:
„Barmherzigkeit“
51 Tage später führt der Tempeldiener Jesus in den „Saal der Lustbarkeiten“, in einen Raum, der reichlich ausgestattet ist mit allem, was das Erdenherz begehrt.
2 Die auserlesenen Gerichte und die besten Weine stehen auf den Tischen. Dienerinnen, hübsch gekleidet, bieten diese anmutsvoll und lächelnd dar.
3 Die reichgekleideten und frohgelaunten Gäste beiderlei Geschlechts nippen übermütig an den Bechern mannigfacher Freuden.
4 Jesus schaut dem wilden Treiben eine Zeitlang schweigend zu. Da tritt ein Mann, es scheint ein Philosoph zu sein, an ihn heran und sagt: „Am glücklichsten ist der, der Honig schlürfen kann aus jedem Kelch.
5 Ein weiser Mensch ist der, der das Vergnügen sucht und überall auch finden kann.
6 Im besten Falle ist des Menschen Erdenleben kurz. Er stirbt und geht und weiß doch nicht wohin.
7 So lasst uns essen, trinken, tanzen, singen und die Lebenslust genießen, denn der Tod kommt jäh und schnell.
8 Ein Tor ist, wer sich opfert für die anderen. Alle sterben wir und liegen in derselben kühlen Erde. Keiner zeigt dem anderen seine Dankbarkeit.“
9 Doch Jesus gibt ihm keine Antwort. Stumm betrachtet er die wilde Lustbarkeit der bunten, lebensfrohen Paare.
10 Da gewahrt er in der Menge einen Mann in grobem Tuch. An Kopf und Händen sieht man Spuren harter Arbeit und Entbehrung.
11 Einige der Angetrunkenen misshandeln ihn. Man drückt ihn an die Wand und lacht und spottet seiner.
12 Dann erblickt der junge Meister eine schlampige Person. Ihr Ausdruck zeigt die Spur von Scham und Sünde. Ohne Mitleid wird sie angespuckt, verhöhnt und aus dem Saal getrieben.
13 Schüchtern kommt ein kleines Kind herein und bittet um ein Stückchen Brot.
14 Auch es wird ungetröstet und erbarmungslos hinausgewiesen, und der Freudentaumel in dem Saal geht unvermindert weiter.
15 Wie die frohgelaunten Gäste nunmehr Jesus drängen, sich den Lustbarkeiten anzuschließen, ruft der junge Meister aus:
16 „Wie kann ich glücklich sein, wenn Menschen darben, und könnt ihr denken, dass ich mich der guten Dinge, die das Leben gibt, erfreue, während Kinder hungrig sind und während Menschen, die im Sumpf der Sünde leben, hier bei euch vergeblich Sympathie und Liebe suchen.
17 Nie und nimmer will ich solches Unrecht dulden, denn wir sind doch allesamt verschwistert und ein Teil des großen Ganzen.
18 Ich bin ein Teil von jenem Mann, den ihr so herzlos an die Wand gedrückt,
19 ein Teil von jener Frau, die euch um Liebe bat und die ihr grausam wieder in ihr Lasterleben stießet,
20 und ein Teil des Kindes, das ihr lieblos in den kalten Wind der Nacht verwiesen habt.
21 Ich sage euch, ihr Männer, was ihr diesen, meinen Nächsten zugefügt - das habt ihr mir getan.
22 Hier in euren Räumen habt ihr mich beleidigt. Bleiben will ich nicht bei euch. Ich will hinaus, um jenes Kind zu suchen, jene Frau und jenen Mann, und ihnen helfen, bis mein Lebensblut verströmt ist.
23 Meine Freude soll es sein, den Hilfesuchenden zu helfen, Hungrige zu laben, Nackte zu bekleiden, Kranken Linderung zu bringen und Ermutigungen denen zuzurufen, welche mutlos, ungeliebt und traurig sind.
24 Was ihr Vergnügen nennt, ist nur ein Nachtphantom, ist weiter nichts als eine bunte Bilderfolge, durch das Feuer eurer Leidenschaften auf die Wand der Zeit geworfen.“
25 Und während Jesus also redet, kommt der Weißgekleidete herein und sagt: „Der Rat der Priester wartet.“
26 Wiederum steht Jesus vor den Richtern. Wieder wird kein Wort gesprochen. In die Hände Jesu legt der Meister einen Papyrus mit dem Wort: Barmherzigkeit.
27 Jesus hat gesiegt. Sein Erden-Selbst ist überwunden.
Jesus besteht die fünfte Prüfung:
„Tapferkeit“
52 Mit Monumenten, Statuen, heil‘gen Schreinen sind die Tempelgärten reichlich ausgestattet. Jesus liebt es, hier zu wandeln und zu meditieren.
2 Vierzig Tage unterhält er sich mit der Natur.
3 Dann kommt der Tempeldiener, bindet ihn an Hand und Fuß und wirft ihn ins Verlies zu wilden Tieren, Geiern und Reptilien.
4 Dunkel wie die Nacht ist das Verlies. Die Tiere brüllen wild. Die Geier krächzen, und die Schlangen zischen.
5 Jesus sagt: „Warum hat man mich so gefesselt und warum habe ich geduldet, dass man mich in Ketten legte?
6 Niemand hat das Recht, die Menschenseele so zu binden. Sagt - aus was bestehen diese Ketten?“
7 Jesus sammelt seine ganze Willenskraft. Was er für starke Ketten hielt, ist nichts als Strohgeflecht, das bei dem leisesten Versuch, es zu zerreißen, reißt.
8 Und lachend sagt er zu sich selbst: „Die Ketten, die den Menschen an die Erdenfülle binden, kommen aus der Werkstatt eines Trödlerladens, sind aus Luft und in der Glut der Illusion geschweißt.
9 Wenn sich der Mensch ermannen wollte, seine Macht des Willens einzusetzen - alle Ketten würden von ihm fallen wie zerfetzte Lumpen, denn der Wille und der Glaube sind weit stärker als die stärkste Kette.“
10 Aufrecht steht der junge Meister unter all den wilden Tieren, Geiern und Reptilien. „Was ist diese Finsternis, die mich umhüllt?“ sagt er.
11 Sie ist nur dort zu finden, wo kein Licht ist. Was ist Licht? Es ist der Odem Gottes, der im Rhythmus höherer Gedanken schwingt.“
12 Und dann sagt er: „Es werde Licht!“ Und mit der Macht des Willens wirkt er auf den Äther ein, bis dessen Schwingungszahl mit der des Lichtes übereinstimmt. So ward Licht.
13 Die Finsternis des Kerkers wird zur Helligkeit des Tages.
14 Jesus schaut umher, doch nirgends sieht er wilde Tiere, Geier und Reptilien.
15 „Warum sich fürchten?“ sagt er, „Furcht ist das Gefährt, in welchem wir zu Grabe fahren.
16 Sind wir angelangt in unserer Totengruft - begreifen wir, dass wir verraten sind. Ein Mythos nur ist das Gefährt - ein Trugbild ist der Tod.
17 Doch eines Tages hat die Menschheit alles, was sie lernen soll, erlernt. Dann wird sie aus dem Kerker steigen, um im Licht zu wandeln.“
18 Nun sieht Jesus eine Leiter, ganz aus Gold. Er steigt auf ihr empor. Der Weißgekleidete erwartet ihn.
19 Wieder steht der Logos vor den Richtern. Wieder wird kein Wort gesprochen. Wieder streckt der Hierophant die Hände aus zum Segen.
20 Einen Papyrus reicht er Jesus mit dem Wort: Tapferkeit.
21 Der Logos war der Furcht und ihren Schrecknissen begegnet, und als Sieger ging er aus dem Kampf hervor.
Jesus besteht die sechste Prüfung:
„Göttliche Liebe“
53 In ganz Ägypten gibt es keine Hallen, welche reicher ausgestattet sind als jene Räume innerhalb des Sonnentempels, die der Schönheit dienen.
2 Wenige Schüler haben sie bisher betreten, und die Priester nennen sie mit Ehrfurcht „Hallen der Mysterien“.
3 Der eben erst erreichte Grad der Tapferkeit gibt Jesus nun das Recht, die Hallen zu betreten, und der Tempeldiener weist den Weg.
4 Nachdem sie durch gar manchen reich geschmückten Raum hindurchgegangen sind, erreichen sie den „Saal der Harmonie“ und Jesus wird allein gelassen.
5 Unter all den Instrumenten, die sich hier befinden, sieht er eine Harfe. Jesus setzt sich nieder und betrachtet sie gedankenvoll, als eine wunderschöne Maid mit leichtem Fuß den Saal betritt.
6 Sie scheint den in Gedanken tief Versunkenen nicht wahrzunehmen,
7 wendet sich zur Harfe, schlägt die Saiten an und singt die altvertrauten Weisen Israels.
8 Und Jesus ist verzaubert. Solche Anmut hat er nie zuvor geschaut und solche Stimme nie zuvor gehört.
9 Die Maid singt ihre Lieder. Scheinbar weiß sie nicht, dass jemand lauscht, und leise geht sie wieder aus dem Saal.
10 Der Logos fragt sich: „Welchen Sinn hat das erscheinen dieser Maid? Ich wusste nicht, dass so viel Schönheit, so viel königliche Anmut unter Menschenkindern anzutreffen ist.
11 Ich wusste nicht, dass je ein‘ Irdische mit solcher Engelsstimme singt und dass so himmlische Musik von Menschenlippen tönt.“
12 Für Tage ist der Logos wie verzaubert. Die Gedanken kreisen nur in einer Richtung. An die Sängerin und ihre Lieder muss er denken.
13 Sehnsucht rührt an seiner Seele. Tage später kommt sie wieder, spricht mit ihm und legt die Hände auf sein Haupt.
14 Und tief erschüttert die Berührung sein Gemüt. Vergessen ist das große Werk, für das er kam.
15 Nur wenige Worte sagt die Maid und geht. Das Herz des jungen Mannes ist ergriffen.
16 Vor die schwerste Prüfung seines Lebens sieht er sich gestellt, denn heiß in seiner Seele flammt die Liebe auf.
17 Er kann nicht essen, kann nicht schlafen. Die Gedanken, die sich nur noch um die Jungfrau drehen, wollen nicht mehr weichen. Laut ruft seine irdische Natur nach ihrer Gegenwart und ihrer Liebe.
18 Dann jedoch besinnt er sich und sagt: „Ich habe jeden Feind, dem ich begegnet bin, besiegt - soll ich jetzt der Sinnenliebe unterliegen?
19 Mein Vater hat mich doch gesandt, damit ich dieser Welt die Macht der Liebe Gottes demonstriere, jener Lieb, welche alles, was lebendig ist, umfasst.
20 Soll nun die Sinnenliebe dieser Welt die reine Gottesliebe ganz verdrängen? Soll ich alle Kreatur vergessen und mich an die Maid verlieren? Wäre sie doch nicht die edelste, die reinste und die schönste aller Frauen!“
21 Seine Seele ist in ihrer tiefsten Tiefe aufgewühlt, und lange, lange kämpft er mit dem Engelsbild in seinem Herzen, dem Idol, das ihn zu Fall zu bringen droht.
22 Doch wie der Kampf verloren scheint, erhebt sich machtvoll und gebieterisch sein Hohes-Selbst. Er findet sich erneut und sagt:
23 „Obwohl mein Herz in dieser härtesten der Prüfungen zerbrechen will, darf ich nicht unterliegen. Sieger will ich bleiben auch in diesem Kampf.“
24 Zum dritten Mal erscheint die schöne Maid, um ihm ihr Herz und ihre Hand zu schenken.
25 „Edle Jungfrau“, sagt er, „deine Gegenwart erfüllt mich mit Entzücken. Deine Stimme ist wie Balsam für mein Herz. Mein ganzes Sein fliegt dir entgegen, und in deiner Liebe fände ich Zufriedenheit und Glück.
26 Doch schau, die Welt verlangt nach einer Liebe, welche zu verwirklichen ich hergekommen bin.
27 So bitte ich dich denn zu gehen. Sicher werden wir uns wieder sehen, unsre Lebenswege trennen sich nicht ganz.
28 Ich sehe dich im hastenden Gedränge dieser Erde als den Engel reiner Liebe, und ich höre deine Stimme im Gesang. Der Menschen Herzen werden höher schlagen.“
29 Schmerzbewegt, mit tränenvollen Augen geht die Maid, und Jesus ist erneut allein.
30 Da fangen alle Tempelglocken an zu läuten, und der Chor der Priester singt ein Jubellied. Im Lichtglanz erstrahlen alle Räume.
31 Diesmal kommt der Meister selber und begrüßt den Jüngling mit den Worten: Heil dir, Logos, Heil! Du hast die Erdenliebe überwunden. Siegreich stehst du auf der Höhe.
32 Die Papyrusrolle, welche Jesus nun empfängt, enthält die Worte: Göttliche Liebe.
33 Hell erleuchtet ist die große Tempelhalle, wo ein Fest bereitet ist zu Jesu Ehren.
Jesus besteht die siebte Prüfung bei seiner Arbeit in der Totenhalle
54 Der Weg zum Studium des letzten Grades ist nun offen. Jesus wird vom Hierophanten selber unterrichtet.
2 Nunmehr lernt er die Mysterien Ägyptens kennen, die Geheimnisse von Tod und Leben und der Welten außerhalb des Sonnenkreises.
3 Nach der Beendigung der Studienzeit beginnt er seine Arbeit in der Totenhalle, wo er lernt, wie man der Menschen Körper vor Verwesung schützt.
4 Der Leichnam eines Säuglings wird gebracht, und klagend folgt die Mutter, eine Witwe, ihrem einzigen geliebten Sohn, denn groß ist ihre Trauer.
5 Jesus sagt zu ihr: „Oh gute Frau, so trockne deine Tränen. Schau, du folgst ja nur der leeren Hülle. Hierin ist dein Sohn nicht mehr zu finden.
6 Du weinst, weil er gestorben ist, doch „Tod“ ist ein Begriff, der in die Irre führt. Dein Sohn kann nimmer sterben.
7 Ein bestimmtes Werk im Erdenkörper hatte er zu tun. Er kam, er tat das Werk und legte dann den Körper wieder ab. Er braucht ihn jetzt nicht mehr.
8 Verborgen deinem Blick verrichtet er nun eine neue Tätigkeit und tut sie gut. Dann schreitet er zu weiteren Verpflichtungen, um nach und nach die Krone eines Lebens in Vollkommenheit zu tragen.
9 Was dein Sohn getan hat und noch tut, das tun wir alle.
10 Wenn du deinen Kummer pflegst und deiner Seele Qualen Ausdruck gibst, dann wachsen beide Tag um Tag. Dann dauert es nicht lange, und dein ganzes Leben wird Leiden überwuchert und von Tränen überschwemmt.
11 Statt deinem Sohn zu helfen, treibst du ihn in Schmerz und Leid durch deinen hemmungslosen Kummer. Trost sucht er auch jetzt bei dir zu finden. Froh ist er, wenn du dich freust, und traurig, wenn du trauerst.
12 Geh, vergrabe deinen Schmerz und lächle über den Gram. Vergiss dich selbst, indem du anderen die Tränen trocknest.
13 Vollbrachtes Werk bringt Glück und Freude. Dann herrscht Fröhlichkeit im Herzen derer, die dahingegangen sind.“
14 Da wendet sich die Witwe von der Bahre, geht und findet Glück in Hilfsbereitschaft. Tief vergräbt sie ihren Schmerz in Liebestätigkeit.
15 Dann bringt man eine Mutter in die Totenhalle. Ihre kleine Tochter folgt der Bahre.
16 Wie sich nun der Trauerzug der Pforte nähert, sieht das Mädchen einen wunden Vogel, der, vom Pfeil eines Jägers in die Brust getroffen, mühsam flattert.
17 Da verlässt sie ihre tote Mutter, um dem lebenden Geschöpf zu helfen.
18 Liebevoll und zart birgt sie das Tier an ihrer Brust und eilt der Bahre nach.
19 Und Jesus fragt das Kind: „Warum bist du von deiner Mutter Bahre weggeeilt und drückst den wunden Vogel an dein Herz?“
20 Das Mädchen sagt: „Für einen toten Körper kann ich nichts mehr tun, doch helfen kann ich, wo noch Leben pulst. Die Mutter hat mich dies gelehrt.
21 Sie sagte stets, dass Trauer, Eigenliebe, Furcht und Hoffnung nichts als Spiegelbilder aus dem Erden-Selbst des Menschen sind.
22 Nur die kleinen Wellen sind es auf der großen Lebenswoge.
23 Flüchtig und vergänglich.
24 Tränen fließen nur aus Erdenherzen, denn der Geist weint nie. Ich sehne mich nach jenem Tag, an dem ich wandeln kann im Licht und Tränen nicht mehr sind.
25 Die Mutter lehrte mich, dass alle Leidenschaften nichts als Gischt sind, welcher von des Menschen Liebe, Furcht und Hoffnung sprüht. Sie meinte, nur wer seine Leidenschaft überwunden hat, gelangt ins Glück.“
26 Da neigt der Logos ehrerbietig vor dem Kind das Haupt und sagt:
27 „Seit Tagen, Monaten und Jahren habe ich die allerhöchste Wahrheit zu verstehen bemüht, und nun hat dieses kleine Kind die ganze Wahrheit in der Kürze eines Atemzuges ausgesprochen.
28 Nicht verwunderlich, dass König David sagte: „Herr, o Herr, wie herrlich ist Dein Name in den Landen. Singen will ich Dir ein Lob aus Kindermund.“
29 Und nun legt Jesus seine Hände auf das Haupt des kleinen Mädchens. Liebevoll sagt er zu ihr: „Der Segen meines Vaters ruht auf dir, mein Kind, für alle Zeiten.“
Jesus erreicht den siebten und höchsten Grad -
Die Christusweihe
55 Die Arbeit Jesu in der Totenkammer ist getan. Im purpurroten Saal des Tempels steht er vor dem Hierophanten.
2 Purpurrot ist sein Gewand. Die Brüder stehen ehrerbietig. Sich erhebend sagt der Meister:
3 „Heute ist ein königlicher Tag für alle Völker Israels. Wir wollen nun das Passah-Fest zu Ehren dieses auserwählten Sohnes feiern.“
4 Dann zu Jesus hingewendet, sagt er: „Bruder, der du unter allen Menschen ausgezeichnet bist, die Ordensprüfungen hast du bestanden.
5 Sechsmal wurdest du vor unseren Richterstuhl geleitet. Sechsmal hast du dir die höchste Ehre, die ein Mensch vergeben kann, verdient. Du stehst nun hier, den höchsten Grad der Weihe zu empfangen.
6 Dieses Diadem soll deine Stirne krönen. In der Großen Loge aller Himmel und der Welt bist du fortan der Christus.
7 Heute ist dein großes Passah-Fest. Ein Meister bist du nun. Die Zeit des Lernens ist vorüber.
8 Menschen können nichts mehr für dich tun, doch Gott wird reden. Er wird dir den Titel und den Grad, den du erworben hast, bestätigen.
9 So ziehe deiner Wege, denn du sollst das Evangelium des guten Willens und dass Friede sei auf Erden predigen. Du sollst Gefängnistore öffnen und Gefangene in Freiheit setzen.“
10 Wie der Hierophant so redet, läuten alle Tempelglocken. Eine weiße Taube schwebt herab auf Jesu Haupt.
11 Und eine Stimme, die den Tempel zum Erbeben bringt, ruft: „Dieses ist der Christus!“ Alle Lebewesen auf der Erde sagen ‚Amen‘.
12 Die großen Tempeltore öffnen sich - der Logos zieht als Überwinder in die Welt.
Auszug aus dem Buch: Levi: „Das Wassermann-Evangelium“
ISBN 3-89767-428-9 erschienen im Schirner Verlag, www.schirner.com
|