In der Stille liegt eine große Kraft. Die Kraft, Neues zu empfangen und ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten. Schalten wir einmal unsere schwirrenden Gedanken, unsere Sorgen und alltäglichen Bedürfnisse eine Weile ab und widmen dann diese stille Zeit Gott, den Engeln, den Meistern und den Visionen. Es reicht völlig aus, einfach mal ganz still zu sein und sich der geistigen Welt, bzw. der eigenen inneren Welt zu öffnen, ihr eine Möglichkeit zu geben, zu Wort zu kommen. Eine halbe Stunde täglich ist schon völlig ausreichend, um unserem Leben eine andere Perspektive zu geben und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Tageszeit ist dabei unerheblich. Entscheidend ist die Ruhe und die innere Einstellung, sich ganz frei zu machen von allen begrenzenden Gedanken und sich einfach für die Bilder, Worte oder Personen, die zu uns kommen möchten, zu öffnen. Im Mittelpunkt steht also die intuitive Wahrnehmung, die wir mit jeder Stillezeit verbessern. Ohne über die erlebten Dinge nachzudenken, sie zu analysieren oder zu beurteilen, lassen wir sie einfach an uns vorüber ziehen und betrachten sie. Man könnte es auch inneres Fernsehen nennen. Wir schalten die Stille an und lassen uns berieseln, schauen einfach, was kommt, und sind. Die Resultate sind erstaunlich und stellen eine Vorbereitung auf die Meditation dar. Hinterher empfiehlt es sich, die Erlebnisse schriftlich festzuhalten und auszuwerten, bzw. ihren praktischen Wert mit ins Leben zu nehmen. Auf jeden Fall fördert die tägliche Stille die spirituelle Beständigkeit, die Intuition und die innere Ausgeglichenheit. Aus der Ruhe heraus kann das Leben überschaut und können die besten Entscheidungen getroffen werden. Durch die tägliche Stille-Zeit bringen wir Ruhe und Konzentration in unser Leben.
Kryon empfiehlt, sich Zeit und Stille zu nehmen und zu sagen „Es ist meine Absicht, ein Lichtwesen zu werden und das Geschenk der Neuen Energie zu gebrauchen.“ Doch ist die Stille-Zeit schon seit Alters her bekannt. In den Weltreligionen wird sie häufig Gebet oder Meditation genannt. Das Gebet dient demzufolge nicht dazu, dass wir mit Gott reden und ihm von unseren Sorgen berichten, die er als almächtiger Gott sowieso kennt, sondern dazu, dass wir Gott, bzw. seinen Helfern, bzw. unserer Seele zuhören. Der Meister Djwhal Khul unterstreicht die Wichtigkeit der Stillezeit durch folgende Worte:
„Bedenkt immer, dass Mangel an Ruhe im täglichen Leben die Lehrer auf der egoischen (seelischen) Ebene daran hindert, euch zu erreichen. Bemüht euch daher, im Ablauf des Lebens still zu bleiben, arbeitet, strengt euch an, kämpft, strebt und erhaltet die innere Ruhe. Zieht euch unerschütterlich auf inneres Wirken zurück und pflegt so eine Empfangsbereitschaft für die höheren Ebenen. Eine vollkommene Beständigkeit des inneren Gleichgewichts ist das, was die Meister bei denen benötigen, derer sie sich bedienen wollen. Eben durch ein inneres Gleichgewicht bringt es der Mensch fertig, an der geistigen Schau festzuhalten und doch seine äußere Arbeit auf der physischen Ebene mit konzentrierter Aufmerksamkeit des physischen Gehirns zu leisten, das in keiner Weise durch die innere Empfänglichkeit abgelenkt wird. Es handelt sich also um eine zweifache Tätigkeit.“
Aus: Alice A. Bailey, Eine Abhandlung über Weiße Magie
S T I L L E Z E I T
1. Allein zurückziehen
2. An einen ruhigen Ort
3. Täglich eine halbe Stunde
4. Gedanken u.ä. ausschalten
5. Sich der inneren Welt, Gott, die Seele öffnen
6. Einfach alles betrachten, ohne Wertung
7. Anschließend schriftlich festhalten
8. Erlebnisse analysieren
9. Den praktischen Wert mit ins Leben nehmen